Das neue Buch von Goulson

Das neue Buch von Goulson

Das neue Buch von Goulson

Mitte Februar ist Dave Goulson’s neues Buch „Bienenweide und Hummelparadies – eine praktische Anleitung für Bienenliebhaber“ auf Deutsch erschienen. Natürlich habe ich mir das Buch gleich besorgt. In diesem Beitrag stelle ich es kurz vor.

Das Werk umfasst 337 Seiten, aufgeteilt in 15 Kapitel. Es enthält viele schöne Farbphotos. In seiner Einführung erzählt der Autor von seiner Leidenschaft für Hummeln, und dass jeder noch so kleine Garten wichtig für die Bestäuber ist.

Die ersten 6 Kapitel geben eine kurze Einführung zu Bestäubern, dem Hummeljahr, und Ursachen des Bestäubersterbens. Dabei finde ich Kapitel 4 am interessantesten, ist es doch wohl die Motivation der meisten LeserInnen, dem Bestäubersterben entgegenzuwirken. Goulson beschreibt prägnant, was den Hummeln und anderen Wildbienen zum Verhängnis wird: Insektizide, Futtermangel, von Honigbienen übertragene Krankheiten und Klimawandel.

In Kapitel 6 stellt der Autor die häufigsten Bestäuber im Garten vor. Hier findet man u.a. ein farbiges Schema zur Hummelbestimmung. Es folgen kurze Beschreibungen zu verschiedenen Arten der Solitärbienen, zu Honigbienen, Schwebe- und weiteren Fliegen, zu Wespen, Käfern, sowie zu Tag- und Nachtfaltern. In diesem Abschnitt verzettelt sich der Autor ein wenig, denn eigentlich geht es ja im Buch um Bienen.

Den grössten Abschnitt bilden die Kapitel 7 und 8, in denen die besten Blumen, Sträucher und Bäume vorgestellt werden. Die Pflanzen sind jeweils nach Familie geordnet.

In seiner Einleitung zu diesen zwei Kapiteln weist der Autor darauf hin, dass seine Liste nicht vollständig ist. Jedoch soll die Gliederung nach Pflanzenfamilien interessierten BienenfreundInnen eigene Recherchen zu weiteren geeigneten Trachtpflanzen erleichtern.
Einleitend erklärt der Autor zudem, dass in Gartenzentern häufig ein für Bestäuber ungeeignetes Pflanzen-Angebot verkauft wird. Als Beispiele nennt er unter anderem Geranien. Das könnte zu Missverständnissen führen, denn es gibt durchaus Gartenzenter, die auch Wald- oder Wiesengeranien verkaufen, welche von Hummeln sehr geschätzt werden. Hier gibt es eine einfache Entscheidungshilfe: wenn die Blumen im Freien aufgestellt sind, dann folgen Sie einfach den Hummeln, und schauen Sie, auf welchen Blüten sie gerne landen.

Zu jeder vorgestellten Art werden die Charakteristika – Wuchshöhe, Ausdauer und Standort, sowie ihre häufigsten Besucher genannt. Jede portraitierte Pflanze wird mit zwischen 1-5 Sternen bewertet. 1 Stern bedeutet „gute“, 5 Sterne bedeutet „grandiose“ Trachtpflanze. Die Motivation dieser Bewertung ist vermutlich, dem Leser die Auswahl geeigneter Gartenpflanzen zu erleichtern. Jedoch bin ich der Auffassung, es würde genügen, in der Auflistung die „grandiosen“ Trachtpflanzen hervorzuheben. So erfährt der Leser, bei welchen Pflanzen sich der Anbau besonders lohnt.
Ein paar dieser „grandiosen“ Trachtpflanzen sind bei der Auflistung vergessen gegangen. Im Hummelgarten sind folgende Pflanzen ausgesprochen beliebt bei Hummeln:
Bei den Borretschgewächsen die Ochsen- und Hundszunge, bei den Hahnenfussgewächsen der Eisenhut, bei den Lippenblütlern das Herzgespann, und bei den Kardengewächsen der Schuppenkopf.
Auch alle Lonicera sp., also alle Heckenkirschen, sowie Blutweiderich müssen genannt werden. Lonicera purpusii ist eine sehr wichtige Trachtpflanze jetzt im Februar, für beide früh fliegenden Arten, die Wiesen- und Erdhummeln. Übrigens sind alle Pflanzen, die im Hummelgarten wachsen, in dieser Liste, ebenfalls mit einer Bewertung versehen, zu finden.

In Goulson’s Buch wird nicht explizit erklärt, weshalb so viele verschiedene Pflanzen nötig sind. Das Pflanzen vieler verschiedener Arten hat nicht nur mit den Vorlieben der Bestäuber zu tun. Sondern vor allem auch mit den Blühzeiten. Nur wenn während der gesamten Vegetationsperiode genügend Trachtpflanzen verfügbar sind, kann den Bienen ein lückenloses Futterangebot bereitgestellt werden.

In den Kapitel 9-15 erklärt der Autor Pflanzen-Vermehrungsmethoden, gibt Tipps zum Anlegen von Blumenwiesen, und stellt Nisthilfen für Hummeln und andere Bestäuber vor. Im weiteren geht es um biologische Schädlingsbekämpfung, und wie der Gärtner/ die Gärtnerin vermeiden kann, dass Trachtpflanzen – auch gekaufte – mit Pestiziden belastet sind. Eine wirklich gute Zusammenfassung.

Im 15. Kapitel nennt Goulson Bezugsquellen für Pflanzen und Samen. Zum einen, wie man Wildblumen-Samen selber in der Natur sammeln kann. Des weiteren gibt er eine kleine Auswahl von Lieferanten an, wo Samen & Pflanzen gekauft werden können. Weitere Bezugsquellen sind bei den Hummelgarten-Links zu finden.

2 Responses to "Das neue Buch von Goulson"

  • Hallo Elke – vielen Dank für eine sehr ausführliche Rezension – man kann danach nicht anders als dieses Buch bestellen. Das ist hiermit gemacht. Übrigens kann ich Deinen Kommentar zur Lonicera purpusii nur zu gut zustimmen – die ersten 2 Dunkle Erdbrummer hangen an meine kleine Lonicera gestern Nachmittag –
    Bis bald
    Knud

    • Sali Knud
      Vielen Dank für Deine nette Antwort ! Das ist wunderbar, dass die Hummeln nun wieder summen, und bei Dir im Garten finden sie prima Nahrung mit den Heckenkirschenblüten. Du bietest den Hummeln so schöne Nistkästen an, das wird sicher ein interessantes Jahr, mit vielen Hummelstaaten. Beste Grüsse, Elke

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